Vockyou News http://vockyou.news.de Ein weiterer WordPress-Blog Sat, 08 Sep 2012 19:22:58 +0000 de-DE hourly 1 http://wordpress.org/?v=3.5.1 weg http://vockyou.news.de/allgemein/weg/331213.html http://vockyou.news.de/allgemein/weg/331213.html#comments Wed, 30 May 2012 17:00:16 +0000 Christian Vock http://vockyou.news.de/?p=1213 Dinge durchlaufen in ihrem Leben verschiedene Daseinsstufen. So können sie zum Beispiel wachsen, schrumpfen, rosten, erblühen, welken, erkalten und so weiter. Für die meisten dieser Zustände hat der Mensch Lösungen gefunden. Am meisten hat der Mensch aber mit einem bestimmten Zustand zu kämpfen: dem Wegsein. Besonders, wenn es ihn selbst betrifft.

Ich bin bisweilen ein vergesslicher Mensch. In vergesslichen Momenten kann ich mich zum Beispiel nicht mehr daran erinnern, wo ich meinen Schlüssel hingelegt habe. Die mir bei der Suche behilflichen Menschen haben dann immer gesagt, der Schlüssel könne nicht weg sein, er sei nur woanders. Das ist natürlich richtig, gefunden habe ich den Schlüssel aber meist trotzdem nicht.

Die Theorie des Nichtwegseins ist aber gleichwohl ebenso schlüssig wie allgegenwärtig sichtbar. Auch in der Finanzkrise hieß es, das Geld sei nicht weg, es sei eben nur woanders und auch wenn man abends auf der Veranda sitzt und denkt «Oh, gleich ist die Sonne weg.», dann kann mit dem Wissen ins Bett gehen, dass man sie am nächsten Morgen wiedersieht.

Auch Hape Kerkeling war seiner Zeit nicht einfach weg, auch wenn er es in seinem Buchtitel behauptete. Er war lediglich woanders. Man hätte ja ahnen können, dass Prominente nicht weg sein können, sondern einfach nur nicht da. Die meisten Prominenten sind viel zu oft da, da freut man sich über jeden, der mal kurz weg ist.

Die sicher deutlichste Form des Wegseins ist der Tod. Sollte man meinen. Doch die Religionsgelehrten haben sich natürlich auch auf den Fall der Fälle vorbereitet. Irgendwann müssen wir nämlich alle mal ran. Das ist so etwas wie der kleinste gemeinsame Nenner der Menschen. Da kannste noch so viel vorhaben, wenn das Leben meint, jetzt ist Schluss, dann kannste nichts dagegen machen. Das hat auch was Beruhigendes. Das ist was, um das musst Du dich in der Regel nicht selbst kümmern, das wird dir abgenommen. Oft, wenn Du gar nicht daran denkst. Da stellst Du dir abends den Wecker, und am nächsten Morgen muss ein anderer ihn für Dich ausmachen.

Da kann ich schon die Pietisten hören, die klagen, wie man nur so etwas schreiben könne. Es gebe so viele Menschen, die nehmen sich das Leben oder sterben einen grauenvollen Tod. Das ist natürlich richtig, aber das kann man mir doch nicht ankreiden. Warum soll man darüber denn nicht schreiben dürfen?

Der Tod ist ein Thema, das alle angeht. Da sollte sich jeder einmal Gedanken machen, welche Position er bezüglich seines individuellen Wegseins bezieht. Am besten macht er das noch während des Lebens. Dann ist er vorbereitet, wenn es soweit ist. Dann hat er eine Vorstellung davon, was nach seinem Ableben auf ihn zukommt. Genauer gesagt: zukommen könnte. Verlässliche Erfahrungswerte gibt es ja kaum welche.

Das ist die gute Seite am Tod. Das Spekulieren hat ein Ende. Da weißt Du dann Bescheid. Da kommt dann das große Dunkel bei den Atheisten. Das sind ja die Einzigen, die fest an das absolute Weg glauben. Aber das kriegen die ja dann nicht mit. Es kann ja nicht sein, dass bei Atheisten dann noch was kommt. Also, dass sie dann zum Beispiel in so einer Art Niemandsland liegen und sich die ganze Zeit denken, Mensch, hättest du mal lieber an Gott geglaubt, dann hättest du jetzt was zu tun. So ist halt einfach Ende. Dann biste weg und aus die Maus.

Das gibt natürlich  auch eine gewisse Planungssicherheit. Der Atheist muss sich im Gegensatz zum Gläubigen zeitlebens keine Gedanken über das Danach machen. Der Gottesfürchtige hingegen weiß dann endlich, ob sich der jahrelange Glaube jenseitsbezüglich gelohnt hat oder ob er sonntags lieber ausgeschlafen hätte, weil das mit dem Jenseits sich so nicht als richtig erwiesen hat. Deswegen heißt es ja auch Glaube.

Für die Menschen, die an Reinkarnation glauben, für die gibt es so etwas wie weg ebenfalls nicht. Nach dem Tod gibt es eine kurze Verschnaufpause und schon ist man wieder da. Also natürlich nicht im selben Körper, der hat ja meist schon einige Gebrauchsspuren. Bei der Reinkarnation geht es um die Seele. Die taucht nach dem Tod dann irgendwann und irgendwo in neuer Gestalt wieder auf. Rein erbrechtlich natürlich problematisch. Beim Wegsein muss man loslassen können.

Apropos schlechte Überleitung: Dies war mein letzter Blog-Eintrag. Zumindest bei news.de. Vock You! wird es aber weiter geben, nur eben nicht hier und nicht sofort. Bei allen Lesern bedanke ich mich aufrichtig für die bisherige Aufmerksamkeit und die Kommentare. Ich selbst wäre dann erst mal weg. Also woanders.

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Die Europameisterschaft im Schnelldurchlauf http://vockyou.news.de/allgemein/die-europameisterschaft-im-schnelldurchlauf/331233.html http://vockyou.news.de/allgemein/die-europameisterschaft-im-schnelldurchlauf/331233.html#comments Mon, 21 May 2012 22:06:37 +0000 Christian Vock http://vockyou.news.de/?p=1233 In wenigen Tagen beginnt die Europameisterschaft. Wer sich alle Spiele ansieht, der sitzt mindestens 2790 Minuten, also fast zwei volle Tage vor dem Fernseher. Für diejenigen, die nicht so viel Zeit haben, aber trotzdem nicht auf all die Phrasen, die wir in den kommenden Wochen hören werden, verzichten wollen, gibt es hier den Weg der deutschen Mannschaft schon einmal im Phrasen-Schnelldurchlauf.

Ich bin Fußballspieler, kein Politiker. Die Mission Titelgewinn hat nun endlich begonnen. Und wieder sorgt Philip Lahm für den perfekten Auftakt. Nein, das ist nicht das Spiel des Cristiano Ronaldo. Und wieder ist es Thomas Müller. Da werden sich die Portugiesen aber gehörig steigern müssen. Ich bin froh, dass wir gut in das Turnier gekommen sind. Das ist natürlich ein Prestige-Duell. Den Robben darfst du so frei natürlich auch nie schießen lassen. Mit so einer Leistung haben sie mit dem Ausgang der Europameisterschaft nichts zu tun. Das sind genau die Bälle, die ein Miroslav Klose braucht. Ich denke, ein Unentschieden, mit dem beide Mannschaften gut leben können. Der Mannschaftsarzt hat Entwarnung gegeben, Schweinsteiger wird rechtzeitig fit. Die Dänen sind ein ganz unangenehmer Gegner. Ein Spieler wie Özil, der kann halt auch mal ein Spiel ganz alleine entscheiden. Ich denke, der Sieg ist ein, zwei Tore zu hoch ausgefallen. Ab jetzt gibt es nur noch Endspiele. Natürlich ist das für Miroslav Klose etwas ganz Besonderes. Der Gastgeber hat sich hier couragiert gezeigt, aber am Ende hat sich doch die spielerische Klasse durchgesetzt. Bleibt zu hoffen, dass das hier der guten Stimmung im Land keinen Abbruch tut. Aber das ist jetzt eine ganz andere französische Mannschaft. Ich glaube, die deutsche Mannschaft tut gut daran, diesen Gegner nicht zu unterschätzen. Von Ribéry war bisher noch nicht viel zu sehen. Das macht der Boateng aber auch ganz geschickt. Was macht denn der Neuer da? Jetzt wird es also doch noch mal spannend. Das Traumfinale ist also perfekt. Die Mannschaft ist richtig heiß, die wollen, dass es jetzt endlich losgeht. Nach zwei Niederlagen in Folge hat die deutsche Mannschaft einiges gut zu machen. Da kommt Mertesacker einfach einen Schritt zu spät. Na das geht ja gut los. Das kann sich ein einem solchen Spiel natürlich noch mal rächen. Noch ist genug Zeit. Da versteh ich den Bundestrainer aber auch einfach nicht. Da darf der Ramos natürlich auch nicht so in den Mann gehen. Das ist jetzt ganz, ganz bitter für Spanien. Alles hätte, wäre, wenn und aber nützt jetzt auch nichts. Und am Ende hat Joachim Löw mit der Einwechslung von Reus alles richtig gemacht.

Apropos schlechte Überleitung: Fußball entstand in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. In etwa der gleichen Zeit soll die erste Phrase erfunden worden sein.

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Das Eier-Nudel-Dilemma http://vockyou.news.de/allgemein/das-eier-nudel-dilemma/331249.html http://vockyou.news.de/allgemein/das-eier-nudel-dilemma/331249.html#comments Mon, 14 May 2012 21:59:17 +0000 Christian Vock http://vockyou.news.de/?p=1249 Ich habe vor einiger Zeit ferngesehen. Diese Sendung, in der sich Leute gegenseitig bekochen und dann am Ende untereinander Punkte für die Kochleistung des anderen verteilen. In dieser Sendung fallen ganz oft Sätze, in denen irgendjemand irgendetwas «auf den Punkt» gekocht hat. Es fallen aber auch Sätze, die mich noch mehr verwirren.

Die Zusammenstellung der Kandidaten dieser Sendung, so glaube ich, soll immer ein wenig die Vielfalt der Gesellschaft widerspiegeln. Da kochen Frisöre gegen Steuerberater, Hausfrauen gegen Studentinnen oder Zahnärzte gegen Tätowierer. Auffallend aber ist, dass unter den Kandidaten immer einer dabei ist, der eine bemerkenswerte Melange aus Ehrgeiz und Blasiertheit an den Tag legt, wenn es um die Zubereitung seines Dinners geht.

In eingangs erwähnter Folge war dies wieder der Fall. Die genaueren Umstände entziehen sich meiner Erinnerung, aber eine Bemerkung des Hobbykochs ist bei mir haften geblieben. Und zwar meinte er mit einer bildungsbürgerlichen Herablassung, in seinen Nudeln seien keine Eier. Eier in Nudeln, das sei «so typisch deutsch». Das war mir nicht bewusst.

Ich esse nämlich gerne Nudeln. Lieber die ohne Eier. Der Logik des Mannes folgend wäre ich also nicht typisch deutsch. Zur Sicherheit guckte ich noch einmal in meinen Personalausweis, aber dort stand Staatsangehörigkeit: deutsch. Nun gut, dachte ich, vielleicht war das ein Versehen. Vielleicht wussten die Damen und Herren vom Personalausweisamt damals gar nicht, dass ich in Bezug auf Eier in Nudeln gar nicht typisch deutsch bin. Vielleicht bin ich ja eigentlich Italiener? Die sollen ja bezüglich Eier in Nudeln gänzlich unverdächtig sein. Was aber, wenn nun zum Beispiel ein Italiener seinen Nudelteig lieber mit Eiern mag?

Was soll das überhaupt sein, typisch deutsch? Häufig fällt in diesem Zusammenhang ja die Bemerkung, Pünktlichkeit sei typisch deutsch. Südländer hingegen würden es in Bezug auf Pünktlichkeit eher ruhig angehen. Nun, da wir wissen, dass ich die deutsche Staatsangehörigkeit besitze, kann ich Ihnen verraten, dass ich Pünktlichkeit bisweilen nicht zu meinen ausgeprägten Stärken zählen würde. Ein griechischer Freund von mir dagegen ist der pünktlichste Mensch, den ich kenne. Irgendwie scheint das mit dem «typisch deutsch» nicht so einfach zu sein.

Es gibt auch Menschen, die sagen, Humorlosigkeit sei typisch deutsch. Ich würde das aus meiner persönlichen Sicht manchmal sogar unterschreiben, denn ich kenne einige Deutsche, die können einfach keine Witze erzählen. Allerdings kenne ich auch einen Schweden, der zum Lachen in den Keller geht. Vielleicht sind Schweden an sich ja auch typisch deutsch. Vielleicht gelten Schweden ja bei ihren skandinavischen Nachbarn als humorlos und man sagt dort, Humorlosigkeit sei typisch schwedisch.

In Schweden wiederum, ich kann es nicht beurteilen, sagt man dagegen womöglich Fleiß sei typisch französisch, während man in Frankreich vielleicht davon ausgeht, dass Redseligkeit typisch peruanisch sei. In Peru wehrt man sich aber unter Umständen gegen dieses Vorurteil und behauptet womöglich seinerseits, Spießigkeit sei typisch mongolisch. Vielleicht gelten wiederum unter Mongolen aber auch die Chinesen als die Italiener Asiens, die Guatemalteken aber gleichzeitig als die Kanadier Zentralamerikas. In Guatemala könnten Deutsche hingegen als ziemlich unpünktlich gelten.

Das mit dem Typisch-Deutsch-Sein ist ganz offensichtlich ein verzwicktes Konzept. Manche haben nämlich sogar Angst, typisch deutsch zu sein, selbst bei Eier-Nudeln. Andere sagen, es sei wiederum typisch deutsch, Angst zu haben, typisch deutsch zu sein. Ich möchte keine Angst haben müssen, typisch deutsch zu sein. Ich möchte aber auch keine Angst haben müssen, nicht typisch deutsch zu sein. Ich möchte noch nicht einmal Angst davor haben müssen, Angst davor haben zu müssen, typisch deutsch zu sein. Mich verwirrt das alles.

Irgendwie habe ich das Gefühl, dass dieses Konzept mit der nationalen Typisierung völliger Kokolores ist. Vielleicht ist das von mir aber auch nur wieder typisch deutsch.

Apropos schlechte Überleitung: Neulich hat eine Kandidatin bei dieser Kochsendung einem anderen weniger Punkte gegeben, weil sie dessen Suppe «zu suppig» fand. Langsam glaube ich, mit dieser Sendung stimmt etwas nicht.

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Über das Gedankenmachen in gesungener Form http://vockyou.news.de/allgemein/uber-das-gedankenmachen-in-gesungener-form/331272.html http://vockyou.news.de/allgemein/uber-das-gedankenmachen-in-gesungener-form/331272.html#comments Mon, 07 May 2012 17:36:53 +0000 Christian Vock http://vockyou.news.de/?p=1272 Würde ich gefragt werden, ob ich Gedanken schätze, ich würde mit einem entschlossenen «Ja» antworten. Ich finde es grundsätzlich richtig, wenn sich jemand Gedanken macht. In diesem Punkt kenne ich keine Kompromisse. Ich denke, Missstände entstehen in den seltensten Fällen, weil sich jemand zu viele Gedanken gemacht hat.

Was ich über das Gedankenmachen im Allgemeinen denke, gilt für politische Gedanken umso mehr. Ich bin sogar der Ansicht, dass politische Gedanken nicht nur gedacht, sondern auch gesagt werden sollten. Gerne auch mit Nachdruck. Zu Menschen, die sich von Berufswegen politische Gedanken machen, gehören politische Liedermacher. So sehr ich politische Gedanken schätze, so unsicher bin ich aber, ob Musik der richtige Ort ist, diese zu äußern.

Als Jugendlicher, in der Zeit also, in der man sowohl für Politik als auch für Musik am empfänglichsten ist, habe ich mitunter auch politischen Liedermachern zugehört. Richtig überzeugt hat mich das aber eigentlich nie. Während manch Altersgenosse sich angesichts der aufrührerischen Texte schon als Freizeit-Che-Guevara wähnte, habe ich Musik eigentlich lieber der Musik wegen gehört. Und die war bei politischen Liedern in der Regel eher mau.

Nun soll die Charttauglichkeit ja nicht unbedingt als Gradmesser für die Qualität eines Liedes herhalten, aber ich glaube, es hat einen Grund warum die Leute lieber Lieder hören, in denen «do wah diddy diddy dum diddy do» gesungen wird als Lieder, in denen Begriffe wie «Barrikadenkampf in Spartakus» vorkommen.

Was mich aber bei politischen Liedern am meisten stört, ist die Tatsache, dass Gedanken hier nur in knapper Form dargeboten werden können. Allein aufgrund der Kürze der meisten Lieder muss der Liedermacher seine Aussagen vereinfachen. Für eine differenzierte Auseinandersetzung mit dem angeprangerten Gegenstand bleibt so oft keine Zeit.  Es lässt sich leicht singen, dass Politiker alle faul, korrupt und verantwortungslos sind, dass das aber nichts mit der Realität zu tun hat, dafür reicht die Zeit nicht.

Deshalb kann es beim politischen Lied auch immer nur um Allgemeines gehen, für die konkreten Details fehlt politischen Liedermachern oft der Blick. Ich kenne viele Lieder über die generelle Unfähigkeit der Politiker, aber kein einziges Lied über die richtige Ausgestaltung des Risikostrukturausgleichs oder über den Emissionsrechtehandel. Nein, beim politischen Lied geht es immer ums Ganze, Gefangene werden nicht gemacht.

Dementsprechend selektiv sind auch die gesellschaftlichen Themen, aus denen der politische Liedermacher seine Texte speist. Themen, die im Alltag der Menschen mitunter viel wichtiger sind, werden von den Liedermachern ignoriert. So kenne ich kein kritisches Lied über die Einführung technischer Hilfsmittel beim Fußball, wie sie seit Jahren diskutiert wird. Hier schweigt der politische Liedermacher einfach.

Auch über Krankheiten und Verletzungen, wie sie Millionen Menschen täglich treffen, höre ich keinen einzigen Ton. Nagelpilz, Harnwegsinfekt, Reizdarm oder Gebärmutterhalskrebs habe ich in noch keinem Lied thematisiert gefunden. Ich fordere hier und jetzt ein politisches Lied über den Hüftsteckschuss! Veteranenverbände werden es mir danken.

Ich glaube, das einzige, was in Liedern gut funktioniert, das ist die Liebe. Hier gibt es kein Für und Wider, kein Abwägen, keine komplexen Hintergrundinformationen. Bei Liebesliedern geht es immer nur um eines: Junge liebt Mädchen. Ich glaube, das einzige, wofür Lieder erfunden wurden, ist die Liebe.

Apropos schlechte Überleitung: Sie können meine Fixiertheit auf die Liebe gerne als Oberflächlichkeit kritisieren. Nur tun Sie dies bitte nicht in Liedern.

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Warum ich Statistiken aus statistischen Gründen in Zweifel ziehe http://vockyou.news.de/allgemein/warum-ich-statistiken-aus-statistischen-grunden-in-zweifel-ziehe/331185.html http://vockyou.news.de/allgemein/warum-ich-statistiken-aus-statistischen-grunden-in-zweifel-ziehe/331185.html#comments Mon, 30 Apr 2012 16:44:54 +0000 Christian Vock http://vockyou.news.de/?p=1185 Kennen Sie  Colleen Stuart? Ich nicht. Rein statistisch gesehen dürfte ich damit zur Mehrheit gehören. Colleen Stuart ist Wissenschaftlerin in Pittsburgh und hat ein interessantes Phänomen untersucht: den Oscar-Fluch.

Der Oscar-Fluch besagt, dass wenn eine Schauspielerin einen Oscar als beste Hauptdarstellerin gewinnt, ihre Ehe mit großer Wahrscheinlichkeit daraufhin in die Brüche geht. Als Beweis werden hierfür gerne die Schauspielerinnen Sandra Bullock, Halle Berry, Reese Witherspoon oder auch Kate Winslet angeführt. Colleen Stuart hat nun herausgefunden, dass an diesem Gerücht tatsächlich etwas Wahres dran ist.

Frau Stuart und ihre Kollegen haben hin und her gerechnet und entdeckt, dass die Wahrscheinlichkeit, dass die Ehe der Gewinnerin früher endet als wenn sie den Oscar nicht gewonnen hätte, bei stolzen 63 Prozent liegt. Demnach zerbricht die Ehe einer Oscar-Preisträgerin durchschnittlich 4,3 Jahre nach dem Gewinn. Ging eine Schauspielerin bei der Verleihung leer aus, hielt die Ehe mehr als doppelt so lange.

Frau Stuart fand aber noch mehr heraus. So lassen sich zwar Schauspielerinnen nach ihrem Gewinn früher scheiden als ihre Kolleginnen, bei Schauspielern hingegen ist so gut wie kein Unterschied nach einem Oscar-Gewinn festzustellen. Nun wird angesichts dieser Zahlen vermutet, dass die Ehemänner von Oscar-Gewinnerinnen anschließend Probleme mit ihrem Selbstbewusstsein haben, weil sie plötzlich im Schatten ihrer Frau stehen. Frauen sollten sich demnach zweimal überlegen, ob sie lieber einen Oscar gewinnen oder verheiratet bleiben wollen.

Sie meinen, das sei Zufall? Ich habe auch einige statistische Phänomene ans Tageslicht gefördert, die Frau Stuart interessieren dürften. So habe ich festgestellt, dass sich im Zeitraum 2008 bis 2010 die Zahl der Menschen, die in Deutschland durch eine Krankheit des Ohres und des Warzenfortsatzes gestorben sind, exakt verdoppelt hat. Ja, Sie haben richtig gelesen: verdoppelt!

Nun mag man einwenden, dass es sich in absoluten Zahlen dabei nur um eine Steigerung von 7 auf 14 Menschen handelt. Pro Jahr sterben hingegen etwa 850.000 Menschen in Deutschland. Ich finde eine solche Zahlenreiterei kleinkariert, schließlich dürfte den betroffenen Ohrenkranken ihr Exotendasein angesichts ihres Todes herzlich egal sein. Für die Statistik ist jeder Tote wichtig!

Des Weiteren habe ich herausgefunden, dass 2011, also nur ein Jahr nach dieser enormen Steigerung die Zahl derer, die eine Ausbildung im hauswirtschafterischen Bereich absolvieren, um sage und schreibe 8,3 Prozent eingebrochen ist. Zum Vergleich: Im gleichen Zeitraum ging die Zahl der Ausbildungen im Öffentlichen Dienst lediglich um 0,5 Prozent zurück. Na, klingelt es schon bei Ihnen?

Es kommt noch besser: In der Bundesliga-Saison 2009/2010 machte der Fußspieler Sebastian Kehl von 34 möglichen Spielen insgesamt nur sechs. Das sind lediglich 17,65 Prozent. Alle diese Spiele machte er jedoch ausschließlich im Jahr 2010. Im gleichen Jahr saßen in Deutschland insgesamt 652 Menschen wegen Urkundenfälschung in Untersuchungshaft, aber lediglich 56 davon waren Frauen.

Wir erinnern uns: Das passierte alles 2010, also genau in dem Jahr, in dem Schauspielerin Sandra Bullock einen Oscar als beste Hauptdarstellerin gewann. Kurz danach trennte sie sich von ihrem Ehemann. Ohrenerkrankungen, Ausbildungseinbruch bei Hauswirtschaftern, Sebastian Kehl, Urkundenfälschung, Sandra Bullock, Scheidung – glauben Sie immer noch an einen Zufall?

Apropos schlechte Überleitung: Vielleicht sollte sich die nächste Oscar-Gewinnerin einmal gründlich die Ohren untersuchen lassen. Nur zur Sicherheit.

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Als ich einmal dunkle Wolken heraufziehen sah http://vockyou.news.de/allgemein/als-ich-einmal-dunkle-wolken-heraufziehen-sah/331172.html http://vockyou.news.de/allgemein/als-ich-einmal-dunkle-wolken-heraufziehen-sah/331172.html#comments Sat, 21 Apr 2012 15:32:45 +0000 Christian Vock http://vockyou.news.de/?p=1172 Ich mache gerade eine schwere Zeit durch. Seit Tagen werde ich jede Nacht von Albträumen geplagt. Ich träume aber nicht etwa von Monstern unterm Bett, vom Fallen ins Nichts oder vom Verlust meiner Existenz. Nein, meine Träume sind schrecklicher. Ich träume von Wolken.

Meine Träume begannen, als ich mich entschied, einem Trend zu folgen: dem Cloud-Computing. Beim Cloud-Computing kann man alle möglichen Daten, also zum Beispiel Texte, Filme oder Bilder außer Haus speichern. Das heißt, bestimmte Firmen bieten auf ihren Großcomputern Speicherplatz zur Miete an. Das Praktische daran ist, man braucht zu Hause nichts mehr aufheben und kann von überall auf der Welt auf seine Sachen in dieser «Datenwolke» zugreifen. Es gibt sogar Firmen, die in einer solchen Wolke eine riesige Musiksammlung anbieten, aus der man sich dann gegen Geld Lieder anhören kann. Man zahlt also quasi eine Miete für Lieder und muss sich die einzelnen Alben nicht mehr selbst kaufen und aufbewahren. Beim Cloud-Computing gibt es zu Hause keine Bücherregale und Plattensammlungen mehr.

Kenner werden einwenden, dass es dieses Cloud-Computing aber nun schon seit einiger Zeit gibt, es also gar kein Trend mehr ist. Dem würde ich ganz vorauseilend zustimmen, denn ich bin neuen Sachen gegenüber zwar aufgeschlossen, lege beim Entdecken von neuen Trends aber oft eine gewisse Behäbigkeit an den Tag. Böse Zungen würden behaupten, ich hätte schon den einen oder anderen Trend verschlafen.

Beim Cloud-Computing mag ich also vielleicht kein Vorreiter sein, das Prinzip hat mir aber dennoch gefallen. Aus beruflicher Sicht finde ich es praktisch, nicht mehr an alles denken zu müssen, sollte ich einmal das Haus verlassen müssen. Ich hätte ja quasi immer meine kleine Datenwolke dabei. Fiele mir beispielsweise ein, heute einmal nicht im Büro arbeiten zu wollen, sondern, sagen wir einmal in Kassel-Kirchditmold, könnte ich ganz einfach von dort aus auf meine Daten zugreifen, die irgendwo auf der Welt in meiner eigenen Wolke gespeichert sind.

Ich möchte nicht verhehlen, dass ich eine gewisse Euphorie bei diesem Gedanken empfand. Doch noch in der gleichen Nacht begannen meine Albträume. Nun muss man wissen, dass ich ein zutiefst misstrauischer Mensch bin. Ich zweifle ständig, oft auch an mir selbst. Doch in den vergangenen Nächten war es besonders arg. Ich träumte davon, dass die Menschen im Freudentaumel über die Erfindung des Cloud-Computings und den damit verbundenen Erleichterungen begannen, nach und nach all ihre Daten in Computer-Wolken zu speichern. Das ganze Wissen, alle Bücher, jeder Film und sämtliche Musik wurden nach und nach digitalisiert.

Das führte dazu, dass mit der Zeit auch keine Bücher mehr gedruckt und keine CDs mehr aufgenommen wurden. Wozu auch? Den Platz, wo einst Bücherregale und Plattensammlungen standen, konnte man ja nun sinnvoller nutzen. Nach ein paar Jahren gab es keine öffentlichen Bibliotheken mehr, Bücher und Musikalben waren verschwunden. Stattdessen konnte nun jeder mit seinem Computer auf das Wissen und die Musik von überall auf der Welt zugreifen. Welch phantastischer Gedanke!

Das ging auch eine ganze Weile gut, doch irgendwann, so träumte ich weiter, gab es nur noch ein paar wenige Firmen, die den Markt des Cloud-Computings unter sich aufgeteilt hatten. Ohne es zu merken, hatten sich die Menschen in die Abhängigkeit dieser Handvoll Firmen begeben. Plötzlich hatten diese Firmen in ihren digitalen Wolken die gesamten Kulturschätze und das Wissen der Welt gehortet. Nun bestimmten sie alleine, welche Musik man hören konnte und welche Bücher es zu lesen gab. Was den Firmen nicht gefiel, das war einfach nicht mehr im Angebot. Irgendwann merkten die Menschen gar nicht mehr, dass es noch viel mehr gab als diese Firmen ihnen anboten. Doch dann war es schon zu spät.

Seit Tagen nun wache ich morgens mit diesen düsteren Gedanken schweißgebadet auf. Dann renne ich ganz schnell zu meinem Bücherregal, um zu sehen, ob es noch da ist.

Apropos schlechte Überleitung: Der Gedanke, dass die Menschen so etwas Dummes schon nicht machen werden, beruhigt mich immer ein wenig.

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Letzte Worte http://vockyou.news.de/allgemein/letzte-worte/331158.html http://vockyou.news.de/allgemein/letzte-worte/331158.html#comments Sat, 14 Apr 2012 23:16:52 +0000 Christian Vock http://vockyou.news.de/?p=1158 Die ersten Worte, die ein Mensch von sich gibt, ähneln sich in gewisser Weise. Ich denke, neben den Klassikern «Mama» und «Papa» ist der kreative Spielraum hier recht gering. Das liegt vornehmlich am noch begrenzten Wortschatz, den Babys ist demnach hier kaum ein Vorwurf zu machen. Eine größere Herausforderung ist jedoch die Wahl der letzten Worte.

Ich denke, die richtigen letzten Worte zu finden, ist eine schwierige Angelegenheit. Manchmal kann man das auch einfach schlecht einschätzen. Man steckt halt nicht drin, wie man gerne salopp sagt. Da kann man sich noch so viele Gedanken machen, was die letzten Worte sein sollen und wenn man glaubt, dass es so weit ist, passiert nichts. Dann hat man seine letzten Worte schon verpulvert und lebt noch. Dann fragt vielleicht jemand danach noch nach dem Befinden und schwupps sind die letzten Worte «Danke, geht schon wieder besser.» Eigentlich ein Grund sich zu ärgern, aber dann ist man ja schon nicht mehr.

Oft ist das mit den letzten Worten auch situationsbedingt. Wenn das eigene Ableben zum Beispiel überraschend kommt. So kann ich mir vorstellen, dass in Zeiten, in denen der Gebrauch von Handfeuerwaffen zur Regelung von Konfliktsituationen noch üblich war, sich die letzten Worte oft ähnelten. Ich nehme an, dass Sätze wie «Ich nehme das Duell an!», «Nur über meine Leiche!» oder «In Deckung!» sicher häufiger prämortale Verwendung fanden.

Das Überraschungsmoment spielt also für die letzten Worte oft eine entscheidende Rolle. So ist bei Todesfällen mit kriminellem Hintergrund sicher oft zu hören «Ist da wer?» oder «Was machen Sie hier?».  Auch ein «Was haben Sie da hinter Ihrem Rücken?» kann ich mir gut als letzten Satz vorstellen. Die unangebrachte Befriedigung der eigenen Neugier kann dementsprechend ausschlaggebend für die Wahl der letzten Worte sein. Hier ist also Vorsicht geboten.

Einen nicht minder bedeutenden Einfluss können neben Fragen auch überzeugend vorgetragene Aussagen haben. Insbesondere, wenn diese mit Fehleinschätzungen verbunden sind. Sollte man also nicht wünschen, dass bestimmte Worte auch die letzten sind, wären manche Einschätzungen lieber doppelt zu überprüfen. Ich denke dabei an Aussagen wie «Rechts ist frei.», «Das hält schon.» oder «Das kann gar nicht reißen.»

Auch im Alltag sollte man darauf gefasst sein, dass theoretisch jedes Wort das letzte sein kann. Oft ähneln sich jedoch bestimmte Situationen, weshalb bei manchen Sätzen entsprechende Sorgfalt geboten ist.  «Die Sicherung ist draußen, ja?», «Findest Du auch, dass es hier nach Gas riecht?», «Ich denke, der Boden ist jetzt trocken.» oder «Keine Angst, ich kenne mich damit aus.» sind solche Sätze.

Es wäre zu überprüfen, ob das Vermeiden bestimmter Sätze die Überlebenswahrscheinlichkeit in heiklen Situationen erhöht. Zumindest wäre dadurch ein individuelleres Ableben gewährleistet.

Apropos schlechte Überleitung: Sollten durch einen dummen Zufall dies meine letzten Worte gewesen sein, bitte ich um Entschuldigung.

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Als ich mich einmal für Suchmaschinen optimierte http://vockyou.news.de/allgemein/als-ich-mich-einmal-fur-suchmaschinen-optimierte/331152.html http://vockyou.news.de/allgemein/als-ich-mich-einmal-fur-suchmaschinen-optimierte/331152.html#comments Sat, 07 Apr 2012 23:04:37 +0000 Christian Vock http://vockyou.news.de/?p=1152 Ich bin zugegebenermaßen ein eher stiller Mensch. Manch einer würde sicher über mich sagen, ich sei introvertiert. Das mag daran liegen, dass ich gerne einmal nichts sage. An manchen Tagen kann ich stundenlang schweigen. Was für mich mein Naturell ist, bereitet mir jedoch manchmal Unannehmlichkeiten, insbesondere in einer Welt, in der das Laute das Regiment führt. Oft genug werde ich angesichts meiner Lärmlosigkeit nämlich einfach übersehen. Ein Phänomen, das mir in Restaurants oft genug lange Wartezeiten beschert hat.

Nun begab es sich vor einiger Zeit, dass ich aus beruflichen Gründen ein Buch über Suchmaschinenoptimierung gelesen habe. Wer gerade nicht so genau weiß, was Suchmaschinenoptimierung bedeutet: In so einem Buch stehen eine Menge Tipps, wie man es schafft, dass die eigene Internetseite bei der Trefferanzeige einer Suchmaschine möglichst weit oben steht. In den Suchergebnissen weit oben zu stehen, das gebietet schon die Logik, erzeugt natürlich die größte Aufmerksamkeit. Und Aufmerksamkeit ist im Internet die Währung mit dem höchsten Kurs.

Das ist bezüglich meines eingangs erwähnten Verhältnis‘ zur Stille insofern faszinierend, da im Internet die Macht des Lauten gebrochen ist. Auf dem Fischmarkt strömen die Menschen zu dem Stand, dessen Verkäufer am lautesten schreit. Im Internet hingegen nützt eine schreiende Webseite eher wenig. Dementsprechend muss man sich andere Tricks ausdenken, um Gehör zu finden. Als Befürworter eines stillen Lebenswandels kommt mir diese Herangehensweise natürlich entgegen und umso interessierter las ich die Ratschläge.

So wird in diesem Buch grundsätzlich empfohlen, dass man auf seinen Internetseiten auf die Qualität der Inhalte großen Wert legen sollte, schließlich würden Suchmaschinen Seiten mit guten Inhalten bevorzugt behandeln. Solches Qualitätsbewusstsein hätte ich einer Suchmaschine zwar nicht zugetraut, trotzdem gefällt mir diese Einstellung. Zudem sollte die Seite so übersichtlich wie möglich gestaltet sein, das erhöhe die Benutzerfreundlichkeit. Ich ärgere mich selbst oft genug über schlechte Internetseiten, von daher ist es gut, dass Suchmaschinen und ich auch in diesem Punkt auf einer Wellenlänge sind.

Doch Suchmaschinen reicht es nicht, dass die Inhalte qualitativ hochwertig sind, sie sollten auch in einer gewissen Form präsentiert werden. Wichtig seien hier insbesondere sogenannte Keywords. Man solle darauf achten, dass in Bezug auf das Thema der Webseite, auch bestimmte Schlüsselwörter im Text stehen, damit die Suchmaschine gleich weiß, worum es bei dieser Seite geht. So sollte beispielsweise bei einem Artikel, in dem es ums Angeln geht, zumindest die Schlüsselwörter Fisch und Angeln fallen.

Ein Tipp, der mir besonders einleuchtete, war, dass man dafür sorgen sollte, dass man auch hübsch von anderen Internetseiten verlinkt wird. Das würde die Suchmaschine als eine Art Empfehlung auffassen und Empfehlungen sind ja immer gut. Man müsse nur darauf achten, dass die verlinkende Seite auch ein gutes Ranking hat. Eine Empfehlung von einer schlechten Seite würde den eigenen Ruf schädigen. Das konnte ich nachvollziehen, schließlich bin ich von Natur aus ein misstrauischer Mensch.

Einer Laune meiner Sprunghaftigkeit folgend, beschloss ich, mein neu erworbenes Wissen auf seine Tauglichkeit bezüglich meines Wahrnehmungsdefizits in Restaurants zu testen. Beim nächsten Restaurantbesuch hielt ich mein äußeres Erscheinungsbild dementsprechend zwar qualitativ hochwertig, aber dennoch so schlicht wie möglich. Kein unnötiger Schnickschnack, der vom eigentlichen Inhalt ablenken könnte. Man sollte mir nicht nachsagen, dass ich die Benutzerfreundlichkeit bereits bei meinem Aussehen vernachlässigen würde.

Mit dem Ziel, dem Kellner die bestmögliche Information zukommen zu lassen, eröffnete ich bereits nach dem Eintreten meinen Wunsch, in diesem Restaurant speisen zu wollen. Als Schlüsselwörter wählte ich: «Restaurantbesuch, Tisch, zwei Personen, Essen, Bestellung, Beeilung, Trinkgeld, reichlich».

Zum Beweis, dass ich ein in Fachkreisen akzeptierter Restaurantbesucher bin, wollte ich meine Qualität durch einen entsprechenden Linkaufbau unterstreichen. Ich wählte mir hierzu ein älteres Paar, das bereits sein Essen serviert bekommen hatte. Wer sein Essen schon hat, dachte ich bei mir, dessen Ranking kann in diesem Restaurant nicht allzu schlecht sein. Zu dessen Überraschung bat ich daher dem Mann einen Linktausch an. Sollte er mich dem Kellner als einen ausgezeichneten Restaurantbesucher vorstellen, würde ich im Gegenzug an dieser Stelle die anderen Anwesenden auf seinen Elektrokleinhandel, den er, wie sich herausstellte, nicht unweit meines Büro betrieb, verweisen. In gleicher Weise wollte ich mit den übrigen Gästen verfahren, die bereits ihr Essen serviert bekommen hatten.

Zu meinem völligen Unverständnis, bat mich der Kellner während meines Linkaufbaus jedoch, das Restaurant augenblicklich zu verlassen. Ich nehme an, dass ich eingangs einfach die falschen Keywords gewählt habe.

Apropos schlechte Überleitung: Manchmal hat das Internet mit dem richtigen Leben nichts zu tun. Bisweilen bedauere ich dies.

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Der Planet der umgekehrten Probleme http://vockyou.news.de/allgemein/der-planet-der-umgekehrten-probleme/331148.html http://vockyou.news.de/allgemein/der-planet-der-umgekehrten-probleme/331148.html#comments Sat, 31 Mar 2012 09:12:28 +0000 Christian Vock http://vockyou.news.de/?p=1148 Manchmal bin ich ein echter Teufelskerl. Nicht unbedingt in physischer Hinsicht. Ich überquere nicht den Atlantik in einem Doppeldecker. Auch bin ich noch nie auf einer Kanonenkugel geritten oder habe ein Chili-Wettessen gewonnen. Solche Kunststücke überlasse ich anderen Teufelskerlen. Nein, mein Teufelskerlsein äußert sich eher auf gedanklicher Ebene. Da denke ich mir ganz verrückte Sachen aus. So wie neulich.

Als ich wieder einmal in Teufelskerlstimmung war, kam mir eine Idee. Was wäre, wenn es irgendwo da draußen in den Weiten des Weltalls noch einen Planeten wie die Erde gäbe? Natürlich nicht ganz genau so ein Planet wie die Erde, das wäre ja langweilig. Dann würde ich nur noch kurz erzählen, dass dieser Planet Erde II hieße und schon wäre die Geschichte zu Ende. Nein, ich wäre kein Teufelskerl, besäße dieser Planet nicht eine Besonderheit: das Phänomen der umgekehrten Probleme.

Ich will dieses Phänomen kurz erklären. Auf diesem Planeten, nennen wir ihn spaßeshalber den Planeten der umgekehrten Probleme, verläuft das Leben eigentlich ganz so wie wir hier es auch kennen. Die Menschen stehen morgens unwillig auf, schlingen viel zu hastig ihr Müsli hinunter und gehen zur Arbeit. Die Teenager sitzen gelangweilt in der Schule, bekommen irgendwann Pickel und treffen sich mit Freunden.

Doch die Besonderheit in dieser scheinbaren Normalität ist, dass die Bewohner des Planeten der umgekehrten Probleme die großen Schwierigkeiten, mit denen wir uns hier auf der Erde konfrontiert sehen, nicht mehr haben. Für all die großen Probleme hat man dort bereits Lösungen gefunden. So gibt es dort keinerlei Sorgen wegen der Energieversorgung. Man hat längst umweltfreundliche Alternativen gefunden und geht äußerst sparsam mit den Ressourcen um. Nach Anzeichen einer Klimaerwärmung sucht man auf diesem Planeten vergebens.

Auch Hungersnöte kennt man auf dem Planeten der umgekehrten Probleme nicht mehr. Die gehören schon lange der Vergangenheit an, als man sich entschloss, den Reichtum des Planeten gerecht zu verteilen. Ja, auf diesem Planeten hat jeder gelernt, zu teilen. Selbst Tiere müssen dort nicht um ihr Leben fürchten, denn die Menschen dort haben Respekt vor ihren tierischen Mitbewohnern und haben aufgehört, sie zu essen. Man kann sich vorstellen, dass an diesem Ort der Harmonie auch kein Platz mehr für Kriege ist. Waffen findet man auf dem Planeten der umgekehrten Probleme nur noch im Museum.

Doch wer angesichts solch scheinbar paradiesischer Zustände glaubt, die Bewohner dieses Planeten hätten keine Sorgen, der täuscht sich. Es gibt durchaus Probleme, doch wir von der Erde würden darüber nur den Kopf schütteln, so banal werden sie uns erscheinen. Schließlich haben wir auf der Erde ja immer noch mit den echten Problemen wie Hunger, Klimawandel oder Kriegen zu kämpfen.

Etwas, das die Bewohner des Planeten der umgekehrten Probleme zum Beispiel ständig umtreibt, ist die Frage, was die Film- und Musikstars ihres Planeten denn so treiben. Es gibt dort sogar Zeitschriften, die haben sich darauf spezialisiert und berichten pausenlos darüber, was welcher Star denn wann und wo gemacht hat und mit wem. Die Leute auf diesem Planeten glauben tatsächlich, dass das wichtig sei.

Ich glaube, damit in Zusammenhang steht eine andere Sorge auf diesem Planeten. Und zwar machen sich die Bewohner dort ständig Gedanken um ihr Aussehen. Ständig überlegen die Menschen dort, was sie wohl am besten anziehen sollen und was gerade angesagt ist. Wenn die eigene Nase nicht so aussieht wie die eines Models, dann lassen die Menschen sich dort sogar operieren. Sie glauben das nicht? Nun ja, ist ja auch meine Fantasie. Es kommt sogar noch besser: Wenn auf dem Planeten der umgekehrten Probleme jemand nicht die schicksten Klamotten anhat oder vielleicht sogar ein bisschen dicker ist, dann rümpfen die Leute dort die Nase über ihn. Manche mobben andere sogar wegen ihres Aussehens. Ja, auf so einem Planeten möchte ich nicht leben.

Das größte Problem für die Bewohner des Planeten der umgekehrten Probleme, ist aber die Frage, was man sich als nächstes kaufen soll. Das hört sich absurd an, aber diese Frage treibt die Bewohner manchmal zur Verzweiflung. Dieser Konsumwahn geht sogar so weit, dass die Menschen sich dort ständig Sachen kaufen, die sie überhaupt nicht brauchen. Die Industrie auf dem Planeten ist natürlich nicht dumm und erfindet ständig neue Sachen, die man nicht braucht und die Leute kaufen sie trotzdem. Klingt alles ziemlich verrückt, ich weiß. Aber größere Sorgen haben die dort einfach nicht.

Apropos schlechte Überleitung: Ich wache manchmal schweißgebadet auf, weil geträumt habe, dass bei uns auf der Erde auch das größte Problem die Frage wäre, was man sich als nächstes kaufen soll. Ganz schön schräg, was?

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Vom Zauber der Liebe http://vockyou.news.de/allgemein/vom-zauber-der-liebe-2/331128.html http://vockyou.news.de/allgemein/vom-zauber-der-liebe-2/331128.html#comments Sun, 25 Mar 2012 12:28:15 +0000 Christian Vock http://vockyou.news.de/?p=1128 Menschen verlieben sich, das will ich gar nicht bestreiten. Verliebte Menschen sagen dann verliebte Sachen zueinander wie «Mein Herz gehört dir.» Ich denke, verliebte Menschen unterliegen hier einer Fehleinschätzung.

Wenn sich ein Mensch verliebt, dann passieren merkwürdige Dinge mit ihm. Er denkt fortan viel öfter an die betreffende Person als er es ohne Verliebtheit tun würde. Sobald er an diese Person denkt, fühlt er sich auf der einen Seite recht wohl dabei, auf der anderen Seite umtreibt ihn ein Gefühl des Vermissens, denn verliebte Menschen wollen möglichst viel Zeit miteinander verbringen. In solchen Fällen spricht man von Sehnsucht. Wenn diese Dinge mit ihm passieren, dann weiß der Mensch «Hoppla, ich bin verliebt.»

So sehr sich der verliebte Mensch auch nach Zweisamkeit sehnt, so sehr möchte er seine Verliebtheit nach außen tragen. Es hat sich beim Menschen eingeschlichen, dass er sich für die öffentliche Zurschaustellung seiner eigenen Verliebtheit, aber auch der Verliebtheit anderer, das Herz als Symbol ausgesucht hat. Dieser Umstand verwundert, hat doch das Herz von allen menschlichen Organen am wenigsten mit Verliebtheit zu tun.

Verliebtheit ist weniger eine Sache des Herzens, sondern vielmehr eine des Gehirns. Wenn man verliebt ist, dann hat man keine Schmetterlinge im Bauch, dann ist lediglich eine erhöhte Neurotransmitter-Aktivität festzustellen – lassen wir einmal die Option außen vor, dass «die Schmetterlinge» auch aus der Nichteinhaltung der Kühlkette bei dem Stehimbiss, den man tags zuvor besucht hat, resultieren könnten. Aber auch hier spielt das Herz eine eher untergeordnete Rolle.

Verliebtsein, so sagen es die Verliebtseinswissenschaftler, ist also weitestgehend ein biochemischer Prozess, der im Körper der Verliebten abläuft. Demnach müsste also das Gehirn und nicht das Herz als Symbol der Liebe gelten. Für Verliebte wie für die Verliebtseinsindustrie wäre dies ein Paradigmenwechsel mit nicht absehbaren Folgen.

So müssten sich beispielsweise die Hersteller von Verliebtseinsartikeln in erheblichem Maße umstellen. Valentinstagskarten wären fortan statt mit Herzen mit kleinen Gehirnen bedruckt. Diese kleinen Pralinen gäbe es nicht mehr in Herzform, stattdessen würden kleine Schokoladengehirne in der Packung liegen. Was sonst nur bei Neurologenkongressen ein Partyspaß ist, wäre bald gängige Praxis bei Verliebtheitsbekundungen.

Auch das menschliche Verhalten wäre in Mitleidenschaft gezogen, würde das Gehirn das Herz als Symbol der Liebe ablösen. Verliebte würden anderen «ihr Gehirn schenken», dem so Beschenkten «gehörte also das Gehirn» des anderen. Und selbst am Ende der Liebe würden Verlassene davon sprechen, «jemand habe ihr Gehirn gebrochen». Dementsprechend leide man an «Gehirnschmerz». Ich denke, die Geschichte der Sprache würde eine interessante Wendung nehmen.

Vor allem die Film- und Buchwelt würde diese Sprachwandlung hart treffen. Mitunter würde sie sogar zu Umsatzeinbußen führen. Ich denke nämlich, dass die Zuschauer zumindest in der Umgewöhnungsphase auf Filme wie «Gehirne in Aufruhr» oder «Ein Gehirn und eine Krone» zurückhaltend reagieren würden.

Man sagt mir manchmal nach, dass ich in vielen Dingen eine gewisse Korrektheit an den Tag lege. Böse Zungen behaupten bisweilen sogar, ich sei mitunter penibel. Ich möchte an dieser Stelle betonen, dass ich trotzdem in eben beschriebenem Dilemma keinen Wert auf internistische Präzision lege. Verliebte tun meiner Erfahrung nach die unlogischsten Sachen und ich befürworte das. Von daher ist für mich auch weiterhin das Herz der geeignete Ort für die Liebe. Und nicht das Gehirn.

Apropos schlechte Überleitung: Dass in puncto Verliebtheit alles beim Alten bleibt, wäre mir eine Herzensangelegenheit. Sie wissen, was ich meine.

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