Kennen Sie  Colleen Stuart? Ich nicht. Rein statistisch gesehen dürfte ich damit zur Mehrheit gehören. Colleen Stuart ist Wissenschaftlerin in Pittsburgh und hat ein interessantes Phänomen untersucht: den Oscar-Fluch.

Der Oscar-Fluch besagt, dass wenn eine Schauspielerin einen Oscar als beste Hauptdarstellerin gewinnt, ihre Ehe mit großer Wahrscheinlichkeit daraufhin in die Brüche geht. Als Beweis werden hierfür gerne die Schauspielerinnen Sandra Bullock, Halle Berry, Reese Witherspoon oder auch Kate Winslet angeführt. Colleen Stuart hat nun herausgefunden, dass an diesem Gerücht tatsächlich etwas Wahres dran ist.

Frau Stuart und ihre Kollegen haben hin und her gerechnet und entdeckt, dass die Wahrscheinlichkeit, dass die Ehe der Gewinnerin früher endet als wenn sie den Oscar nicht gewonnen hätte, bei stolzen 63 Prozent liegt. Demnach zerbricht die Ehe einer Oscar-Preisträgerin durchschnittlich 4,3 Jahre nach dem Gewinn. Ging eine Schauspielerin bei der Verleihung leer aus, hielt die Ehe mehr als doppelt so lange.

Frau Stuart fand aber noch mehr heraus. So lassen sich zwar Schauspielerinnen nach ihrem Gewinn früher scheiden als ihre Kolleginnen, bei Schauspielern hingegen ist so gut wie kein Unterschied nach einem Oscar-Gewinn festzustellen. Nun wird angesichts dieser Zahlen vermutet, dass die Ehemänner von Oscar-Gewinnerinnen anschließend Probleme mit ihrem Selbstbewusstsein haben, weil sie plötzlich im Schatten ihrer Frau stehen. Frauen sollten sich demnach zweimal überlegen, ob sie lieber einen Oscar gewinnen oder verheiratet bleiben wollen.

Sie meinen, das sei Zufall? Ich habe auch einige statistische Phänomene ans Tageslicht gefördert, die Frau Stuart interessieren dürften. So habe ich festgestellt, dass sich im Zeitraum 2008 bis 2010 die Zahl der Menschen, die in Deutschland durch eine Krankheit des Ohres und des Warzenfortsatzes gestorben sind, exakt verdoppelt hat. Ja, Sie haben richtig gelesen: verdoppelt!

Nun mag man einwenden, dass es sich in absoluten Zahlen dabei nur um eine Steigerung von 7 auf 14 Menschen handelt. Pro Jahr sterben hingegen etwa 850.000 Menschen in Deutschland. Ich finde eine solche Zahlenreiterei kleinkariert, schließlich dürfte den betroffenen Ohrenkranken ihr Exotendasein angesichts ihres Todes herzlich egal sein. Für die Statistik ist jeder Tote wichtig!

Des Weiteren habe ich herausgefunden, dass 2011, also nur ein Jahr nach dieser enormen Steigerung die Zahl derer, die eine Ausbildung im hauswirtschafterischen Bereich absolvieren, um sage und schreibe 8,3 Prozent eingebrochen ist. Zum Vergleich: Im gleichen Zeitraum ging die Zahl der Ausbildungen im Öffentlichen Dienst lediglich um 0,5 Prozent zurück. Na, klingelt es schon bei Ihnen?

Es kommt noch besser: In der Bundesliga-Saison 2009/2010 machte der Fußspieler Sebastian Kehl von 34 möglichen Spielen insgesamt nur sechs. Das sind lediglich 17,65 Prozent. Alle diese Spiele machte er jedoch ausschließlich im Jahr 2010. Im gleichen Jahr saßen in Deutschland insgesamt 652 Menschen wegen Urkundenfälschung in Untersuchungshaft, aber lediglich 56 davon waren Frauen.

Wir erinnern uns: Das passierte alles 2010, also genau in dem Jahr, in dem Schauspielerin Sandra Bullock einen Oscar als beste Hauptdarstellerin gewann. Kurz danach trennte sie sich von ihrem Ehemann. Ohrenerkrankungen, Ausbildungseinbruch bei Hauswirtschaftern, Sebastian Kehl, Urkundenfälschung, Sandra Bullock, Scheidung – glauben Sie immer noch an einen Zufall?

Apropos schlechte Überleitung: Vielleicht sollte sich die nächste Oscar-Gewinnerin einmal gründlich die Ohren untersuchen lassen. Nur zur Sicherheit.

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Kategorie: Allgemein

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