VOCK YOU! - ich gegen das Leben

Dinge durchlaufen in ihrem Leben verschiedene Daseinsstufen. So können sie zum Beispiel wachsen, schrumpfen, rosten, erblühen, welken, erkalten und so weiter. Für die meisten dieser Zustände hat der Mensch Lösungen gefunden. Am meisten hat der Mensch aber mit einem bestimmten Zustand zu kämpfen: dem Wegsein. Besonders, wenn es ihn selbst betrifft.

In wenigen Tagen beginnt die Europameisterschaft. Wer sich alle Spiele ansieht, der sitzt mindestens 2790 Minuten, also fast zwei volle Tage vor dem Fernseher. Für diejenigen, die nicht so viel Zeit haben, aber trotzdem nicht auf all die Phrasen, die wir in den kommenden Wochen hören werden, verzichten wollen, gibt es hier den Weg der deutschen Mannschaft schon einmal im Phrasen-Schnelldurchlauf.

Ich habe vor einiger Zeit ferngesehen. Diese Sendung, in der sich Leute gegenseitig bekochen und dann am Ende untereinander Punkte für die Kochleistung des anderen verteilen. In dieser Sendung fallen ganz oft Sätze, in denen irgendjemand irgendetwas «auf den Punkt» gekocht hat. Es fallen aber auch Sätze, die mich noch mehr verwirren.

Würde ich gefragt werden, ob ich Gedanken schätze, ich würde mit einem entschlossenen «Ja» antworten. Ich finde es grundsätzlich richtig, wenn sich jemand Gedanken macht. In diesem Punkt kenne ich keine Kompromisse. Ich denke, Missstände entstehen in den seltensten Fällen, weil sich jemand zu viele Gedanken gemacht hat.

Kennen Sie Colleen Stuart? Ich nicht. Rein statistisch gesehen dürfte ich damit zur Mehrheit gehören. Colleen Stuart ist Wissenschaftlerin in Pittsburgh und hat ein interessantes Phänomen untersucht: den Oscar-Fluch.

Ich mache gerade eine schwere Zeit durch. Seit Tagen werde ich jede Nacht von Albträumen geplagt. Ich träume aber nicht etwa von Monstern unterm Bett, vom Fallen ins Nichts oder vom Verlust meiner Existenz. Nein, meine Träume sind schrecklicher. Ich träume von Wolken.

Die ersten Worte, die ein Mensch von sich gibt, ähneln sich in gewisser Weise. Ich denke, neben den Klassikern «Mama» und «Papa» ist der kreative Spielraum hier recht gering. Das liegt vornehmlich am noch begrenzten Wortschatz, den Babys ist demnach hier kaum ein Vorwurf zu machen. Eine größere Herausforderung ist jedoch die Wahl der letzten Worte.

Ich bin zugegebenermaßen ein eher stiller Mensch. Manch einer würde sicher über mich sagen, ich sei introvertiert. Das mag daran liegen, dass ich gerne einmal nichts sage. An manchen Tagen kann ich stundenlang schweigen. Was für mich mein Naturell ist, bereitet mir jedoch manchmal Unannehmlichkeiten, insbesondere in einer Welt, in der das Laute das Regiment führt. Oft genug werde ich angesichts meiner Lärmlosigkeit nämlich einfach übersehen. Ein Phänomen, das mir in Restaurants oft genug lange Wartezeiten beschert hat.

Manchmal bin ich ein echter Teufelskerl. Nicht unbedingt in physischer Hinsicht. Ich überquere nicht den Atlantik in einem Doppeldecker. Auch bin ich noch nie auf einer Kanonenkugel geritten oder habe ein Chili-Wettessen gewonnen. Solche Kunststücke überlasse ich anderen Teufelskerlen. Nein, mein Teufelskerlsein äußert sich eher auf gedanklicher Ebene. Da denke ich mir ganz verrückte Sachen aus. So wie neulich.

Menschen verlieben sich, das will ich gar nicht bestreiten. Verliebte Menschen sagen dann verliebte Sachen zueinander wie «Mein Herz gehört dir.» Ich denke, verliebte Menschen unterliegen hier einer Fehleinschätzung.

Zur Person
Christian Vock

Christian Vock


Freier Journalist und Perfektionist qua Geburt. Ob öffentlicher Nahverkehr, sinnloser Smalltalk oder die Unzulänglichkeiten des menschlichen Körpers - überall dort, wo das Leben schludert, regiert bei ihm Unbehagen. Dem Dasein begegnet er mit Misstrauen - und in diesem Blog.